Strecke Reken-Dülmen fehlt als letztes Teilstück für B 67n

Dülmen. „Lückenlos gut“ steht auf großen Plakaten, die für die Fertigstellung der B 67n werben. Die gilt als wichtige Klammer zwischen West-und Kernmünsterland und soll die A3 mit der A43 bei Dülmen verbinden. Das vorletzte Teilstück zwischen Rhede-Ost und Borken-West wurde im vergangenen Jahr freigegeben. „Der Anschluss zur A31 ist da. Jetzt muss die Achse von Reken zur A43 hergestellt werden“, so Daniel Janning, Referent im Geschäftsbereich Handel und Verkehr bei der IHK Nord Westfalen. Diese hat 2004 die „Initiative B 67n“ gegründet, um die Fertigstellung voran zu treiben. Mittlerweile gehören ihr über 120 Unternehmen aus den Kreisen Coesfeld und Borken an.
Eine Forderung der Initiative ist der Lückenschluss bis 2014. „Momentan geht es von Borken nur über die L 600 nach Dülmen. Das ist ein enormer Zeitverlust“, so Janning. Der Lückenschluss bringe viele Vorteile für Arbeitnehmer und den Transport von Gütern. Zudem entlastet die B 67n die Innenstädte. Ein Grund, warum die Stadt Dülmen sich die Fertigstellung wünscht. „Für Dülmen ist der Lückenschluss deshalb wichtig, weil er eine deutlich entlastende Wirkung für die Ortsdurchfahrten Merfeld und Dülmen-Mitte haben wird. Das Verkehrsaufkommen hat dort (auf der L 600) in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen. Die Entlastung würde sich positiv auf die Verkehrssicherheit und -qualität in Merfeld und Dülmen-Mitte auswirken“, so Stadtsprecherin Stefanie Löhn auf Nachfrage des StadtAnzeigers.
Ob die Fertigstellung des letzten Stücks bis 2014 klappt, wird sich zeigen. Aktuell läuft das Planfeststellungsverfahren, in dem der Landesbetrieb Straßenbau unter anderem Einwände von Anwohnern bearbeitet, dessen Flächen vom Lückenschluss betroffen sind. „Da geht es um Landwirte und ihre Ackerflächen. Umsiedlungen sind also nicht nötig“, so Janning. Es gebe nur noch ganz kleine Einwände. „Wenn eine Straße durch die eigene Ackerfläche gebaut werden soll, ist es doch klar, dass man entschädigt werden will.“ Einen endgültigen Beschluss könne es daher erst bei einer Einigung geben. „Nach unserem Stand könnte das Mitte 2012 sein.“ Von einem möglichen scheitern der Fertigstellung brauche man daher nicht sprechen. „Die Fronten sind nicht so verhärtet, dass es dazu kommt.“ Das Projekt sei in der Region mehr oder weniger unumstritten.
Das spiegelt auch eine repräsentative Umfrage eines Marktforschungsinstituts aus dem Jahr 2005 wieder, die von der Initiative in Auftrag gegeben worden ist. Befragt wurden 1000 Bürger zwischen Borken und Dülmen, von denen 82 Prozent eine möglichst rasche Fertigstellung für sehr wichtig halten. Sascha Kappel