Manfred H. Averwald (Vorsitzender Schlaun-Cirkel), 2.v.r. überreicht im Beisein von Schirmherr Dr. Wolfgang Kirsch (r.) die Sandstein-Skulptur an Heinz Fliß (l.) und Pfarrdechant Norbert Caßens (2.v.l.). Foto: FlorijnPreisträger in Festakt gewürdigt / Spendenüberschuss wird in vier Heiligenfiguren investiert

 

Nottuln. In einer feierlichen Zeremonie in der Alten Amtmannei nahmen am Wochenende Pfarrdechant Norbert Caßens und Heinz Fliß stellvertretend für alle Mitglieder des Aktionsbündnisses „Wir retten St. Martinus“ den Johann-Conrad-Schlaun-Preis entgegen. Erst zum zweiten Mal wurde diese Auszeichnung vom Schlaun Cirkel Nottuln verliehen, um Menschen oder Institutionen zu würdigen, die sich selbstlos für das Gemeinwohl und für die Gemeinde Nottuln einsetzen. Die Skulptur aus Baumberger Sandstein, geschaffen vom Münsteraner Künstler Ulrich Rothmund, zeigt die barocken Bauelemente von Johann Conrad Schlaun am Turm der St.-Martinus-Kirche.

 


Die Jury, bestehend aus Bernd Böddeling (Vorstand Finanzen RWE Deutschland AG), Norbert van Heyst (Generalleutnant a.D.), Dr. Michael Oelck (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Coesfeld), Dr. Bernhard Schulze Langenhorst (Vorstand Schlaun Cirkel) und Dr. Norbert Tiemann (Chefradakteur der Westfälischen Nachrichten), habe den diesjährigen Preisträger einstimmig ermittelt und damit verantwortlich und klug entschieden, so Manfred H. Averwald, Vorsitzender des Schlaun Cirkels Nottuln: „Das Aktionsbündnis „Wir retten St. Martinus“  hat mit seinem nachhaltig wirkenden Engagement die Bürger aller Ortsteile der Gemeinde Nottuln zu solidarischem Handeln bewegt.“ Auch Bürgermeister Peter Amadeus Schneider würdigte in seinem Grußwort den selbstlosen Einsatz der Aktiven als „Gewinn für das Zusammenwachsen der Gemeinde.“ Tatsächlich war es dem Aktionsbündnis gelungen mehr als 45 ortsansässige Vereine zu mobilisieren und mit einer Reihe von Veranstaltungen und Aktionen das Spendenziel von 120.000 Euro sogar noch zu überschreiten.


Mit dieser beträchtlichen Summe wird der Turm der St. Martinus Kirche derzeit aufwändig renoviert. In seiner Laudatio gratulierte Schirmherr Dr. Wolfgang Kirsch dem Aktionsbündnis, dessen Verdienst die Erhaltung des „Mittelpunkts und des Wahrzeichens der Gemeinde Nottuln“ sei. „Sie haben sich als Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Nottuln die Freiheit genommen für St. Martinus Geld zu sammeln, weil sie wollen, dass diese Kirche der Mittelpunkt ihrer Gemeinde bleibt.“ In seiner Funktion als Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe begrüße er den selbstlosen Einsatz der Bürger zur Erhaltung der St. Martinus Kirche, da Denkmäler „identitätsstiftend“ und ohne die aktive Mithilfe der Bürger langfristig nicht zu erhalten seien.


Mit dem Verweis auf den Architekten Johann Conrad Schlaun, der die westfälische Identität gestärkt habe, zählte Kirsch Hilfsbereitschaft, Opferfreudigkeit und Ausdauer als herausragende westfälische Tugenden auf, die auch die diesjährigen Preisträger auszeichneten. Voller Stolz nahmen deshalb Pfarrdechant Norbert Caßens und Heinz Fliß die Urkunde und die Skulptur entgegen. In seiner Ansprache zeigte sich Caßens überwältigt von der großen Spendenbereitschaft, die nicht nur die Reparaturkosten decke, sondern auch die Komplettierung des Turms durch die vier Heiligenfiguren Antonius, Herriburg, Martin und die Gottesmutter Maria ermögliche. Mit Blick auf seine Kirche, die bald in neuem Glanz erstrahlen wird, dankte er den Mitgliedern des Aktionsbündnisses und allen großzügigen Spendern. „Wir waren Sammler, aber wir sind die Beschenkten.“   Silke Florijn

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